Dienstag, 29. November 2016

Suizidgedanken

Suizidgedanken = Suizidgefährdung?

Während einer Behandlung mit Antidepressiva hatte ich eines Morgens plötzlich Suizidgedanken. Trotzdem bin ich zur Arbeit gegangen. Irgendwie habe ich es bis zur Mittagspause geschafft. Da das Wetter schön war, bin ich in den Park gelaufen und habe dabei angefangen über die Suizidgedanken nachzudenken. Dabei ist mir plötzlich Angst und Bange geworden, es war wohl eine Art Panikattacke. Da ich so etwas zuvor noch nie erlebt hatte, hat das die Angst noch verstärkt. Ich habe ziemlich schnell begriffen, dass ich Hilfe brauche und habe sofort bei meiner Psychologin angerufen. Nach ca. einer Stunde saß ich bei ihr in der Praxis und erzählte von meinen Suizidgedanken und dass ich gerade richtig Panik hätte. Ihre Frage lautete nur

"Haben Sie es im Griff?"

 Zuerst war ich total geschockt und habe mir geacht, wie kann man so etwas im Griff haben? Doch als ich die Frage ein wenig sacken lies, merkte ich, dass ich es wirklich im Griff habe. Auf die Idee, mir tatsächlich etwas anzutun, wäre ich nie gekommen. Dazu habe ich schon zu viel Angst vor den Schmerzen. Sie hat mir dann ein weiters Medikament gegeben und mich wieder ziehen lassen.

Nun, ich lebe noch, also war das wohl die richtige Entscheidung. Später fiel mir ein, dass ich solche Gedanken immer wieder mal habe, seit ich 17 bin. Aber es war nie so intensiv wie dieses eine Mal. Die Gedanken an Suizid begleiten mich auch heute noch. Aber ich weiß jetzt, dass sie mir nur sagen wollen, das ich mich gerade in einer Situation hilflos fühle.

Soll man Suizidgedanken also nicht ernst nehmen?

Doch, unbedingt! Sowohl bei sich selbst, als auch bei anderen. Solche Gedanken muss man ernst nehmen und ihnen auf den Grund gehen. Für mich weiß ich heute, dass es mir etwas sagen will, aber eben nicht, dass ich mich umbringen soll.

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