Freitag, 16. Dezember 2016

Malen als Therapie

'Meditation hilft gegen Depression' 
hat wahrscheinlich jeder schon mal gehört oder gelesen.
'Malen ist wie Meditation' 

habe ich auch schon mal gehört und wenn ich die beiden Sprüche jetzt zusammenbringe, dann heißt das für mich:
'Malen hilft gegen Depression'. 

 Gemalt habe ich ja schon als Kind, nur irgendwann, es muss so in der Ausbildung gewesen sein, habe ich (leider) damit aufgehört. Im Jahr 2009, also vor meiner ersten Depression, habe ich wieder damit angefangen aber auch nicht lange durchgehalten, weil der Anspruch an mich selbst einfach zu hoch war. Das galt damals auch nicht nur für's Malen. Aber gegen Ende 2014, während meiner zweiten depressiven Phase, habe ich wieder angefangen zu Zeichnen und damit auch wieder mit dem Malen gegonnen.

 Viele fragen mich immer wieder 'Was ist denn der Unterschied zwischen Malen und Zeichnen?' und ich empfehle, mal Dr. Google zu fragen. Es hat jedenfalls was mit Strichen und Flächen zu tun, aber das soll hier nicht das Thema sein.

 Seit Ende 2014 bin ich also beim Malen und Zeichnen geblieben und ich kann das nur empfehlen. Malen ist wirklich wie Meditation. Ich bin ganz bei mir arbeite im Hier und Jetzt. Die Gedanken sind bei dem was ich tue und ich erlebe (fast) jedesmal einen Flow, also dass ich in der Arbeit aufgehe und mich nach zwei bis drei Stunden frage, wo die Zeit denn hingekommen ist.

 Jetzt höre ich schon die Stimmen wie 'ja du hast ja auch Talent' oder 'Ich kann aber nicht Zeichnen/Malen'. Ja, dass höre ich wirklich oft und das war bei mir ja auch so. Und das 'Talent' ist in Wirklichkeit die Übung, die ich habe weil ich das seit zwei Jahren inzwischen fast täglich mache. Man muss den ersten Schritt machen und sich mal versuchen. Wenn da nur Gekritzel auf den Papier ist, ist das nicht schlimm. Man kann sich erlauben, etwas zu versuchen, ohne dass dabei ein 'vorzeigbares' Ergebnis entsteht. Dass man mit nur wenigen Strichen schon etwas zeichnen kann, hat mich Martina Wald auf ihrer Facebookseite gelehrt. Die meisten, die sowas kritisieren, können selbst nicht zeichnen.

 Durch das Zeichnen habe ich auch wieder gelernt, mit Misserfolgen besser zurecht zu kommen. Das ist einfach so! Ich versuche, ein Motiv zu zeichnen und am Ende denke ich 'Hätte ich das mal lieber bleiben lassen!'. Oft denke ich Tage später aber 'Gut, dass du es versucht hast, auch wenn es nicht so geworden ist, wie du dir es vorgestellt hast'.

 Da merke ich, dass ich meine Ansprüche an mich selbst wieder tzu hoch geschraubt habe. Also wieder einen Gang runterschalten und Anlauf nehmen für die nächste Hürde, denn die kommt garantiert, nicht nur beim Zeichnen oder Malen.

Hier noch ein Video, bei dem ihr mir beim Malen zusehen könnt:  Video: Porträt Malen als Hobby

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