Freitag, 7. Juli 2017

Die Zukunft fest im Blick

Hallo,

am 27.Juni 2017 habe ich ja einen Brief an meinen Chef-Chef geschrieben. Darüber hatte ich hier schon
erzählt. Und seitdem warte ich nun auf seine Reaktion. Das war irgendwie gar nicht so leicht auszuhalten, eine Zeit voller Unsicherheit und Angst.
Aber das Warten hat ein Ende, denn er hat mich am vergangenen Donnerstag angerufen und das Gespräch war richtig gut.

Zuerst war er noch etwas verwundert über den einen oder anderen Punkt, den ich geschrieben hatte, aber ich konnte ihm die Dinge aus meiner Sicht erklären und er hat mir dabei auch zugehört. Das war in der Vergangenheit mein größtes Problem.

Danach hat er versucht, mir einige Dinge aus seiner Sicht zu erklären und ich war auch etwas irritiert über das was er mir erzählt hat.

Er wollte mich mit den Aufgaben, die er mir gegeben hat, immer fördern und ich sei einer seiner wichtigsten Mitarbeiter. Den zweitern Punkt mit dem wichtigsten Mitarbeiter hat er gleich mehrfach erwähnt. Bisher hat an dieser Stelle immer mein 'DU BIST NICHT GUT GENUG' Filter zugeschlagen, aber diesmal ist es dann doch irgendwie in meinem Kopf angekommen. Ich glaube, er meint das wirklich ernst.

Sonst hatte ich mir immer so gedacht, er sieht das aus einer falschen Perspektive, nimmt meine Kollegen, die die ganze Arbeit machen gar nicht wahr und schreibt das mir zu. Das ist ja alles gar nicht mein Verdienst. Dafür müsste er doch die anderen loben, ...

STOP!!!!

Mein lieber Kopf! Gehts noch? Schiebe ich gerade mir die Schuld zu, was da in den letzten 7 Jahren passiert ist? Ja, irgendwie schon. Das hört jetzt auf!

Da er das mit dem Lob immer wieder sagt, und mein Chef auch, kann ich mal davon ausgehen, dass beide es ernst meinen. Und darauf will ich jetzt auch mal stolz sein. Andererseits hat er mir zu verstehen gegeben, dass ihm schon aufgefallen ist, dass ich mit den Aufgaben in der letzten Zeit nicht so glücklich war. Als ich ihm erklärte, dass ich perfektionistisch veranlagt bin, meinte er nur: 'Klar, wenn ich von dir eine 80%-Lösung brauche, bist du damit natürlich Unzufrieden. Das kann ich nachvollziehen.' Wie hat er das ausgedrückt? 'Klatsch mal eben eine Lösung an die Wand und wir sehen mal, was davon hängen bleibt.' Das kann ich gar nicht und er hat das jetzt auch verstanden.

Damit ist die Basis für eine gemeinsame Betrachtungsweise der Dinge auch gelegt.

Für nächste Woche habe ich dann einen Termin mit meinen Chefs in einer ganz entspannten Atmosphäre beim Italiener um die Ecke. Da werden wir besprechen, wie es mit mir weiter gehen kann und wie die Erwartungen von mir und von meinen Chefs sind. Ich bin mir sicher, wir werden eine Lösung finden. Jedenfalls bin ich jetzt total erleichtert und sehe wieder recht zuversichtlich in die Zukunft. Ich weiß aber auch, das mein Chef-Chef und ich eine andere Sprache sprechen und wir aufpassen müssen, dass wir nicht aneinander vorbei reden. Das ist in der Vergangenheit schon viel zu oft passiert.

Bis bald,

Euer Axel

Kommentare:

  1. Wow...
    Echt mutig von Dir, Deinen Chef-Chef per Brief anzuschreiben. Kannst stolz darauf sein.
    Aber auch eine coole Reaktion von ihm. Hätte ich nicht erwartet. Ich bin sprachlos. Viel Glück für Donnerstag. Liebe Grüße. Bluemchen1001

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    1. Danke dir,
      ja ein glückliches Händchen kann ich am Donnerstag gebrauchen. Ich muss aufpassen, dass ich nicht unter die Räder komme, aber ich bin ja nicht alleine.

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