Donnerstag, 17. August 2017

Fantasiereise

Die Farben meiner Fantasie
Heute habe ich einen Spaziergang in den Wald unternommen. Nun, das ist erst einmal nichts ungewöhnliches. Ich bin gerne im Wald und genieße die Geräusche und Gerüche dort. Heute konnte ich Vögel hören, die schimpften, als ich näher kam, Grillen,  die ganz entfernt gezirpt haben und auch die Autobahn konnte ich hören, die direkt durch den Wald verläuft. Die Gerüche im Wald sind mir fast noch wichtiger. Wenn es feucht ist, kann man das modrige und die Pilze im Wald besonders gut riechen. Das war heute nicht der Fall. Heute hat es eher nach Blüten gerochen, aber nur ein ganz kleines bisschen.
Die Achtsamkeit auf den Wald im Hier und Jetzt richten. Das ist das, was ich dort suche. Im Alltag fällt mir das schwer, aber im Wald gibt es viel zu entdecken, deshalb tue ich mir mit der Achtsamkeit dort viel leichter. Das soll aber nicht heißen, dass ich das wirklich gut kann. Natürlich bin ich ständig abgelenkt.
Ein mächtiger Gegenspieler der Achtsamkeit ist meine Kreativität. Sie verbindet das gehörte, gesehene und auch das gebrochene zu immer neuen Ideen und schwups, ist die Achtsamkeit wieder vorbei. Aber das ist nicht schlimm, den ich habe inzwischen gelernt, dass das auch gut so ist. Ohne meine Kreativität könnte ich mich nicht künstlerisch betätigen. Und da würde mir wirklich etwas fehlen!
Kurz bevor ich den Wald wieder verlassen wollte, habe ich einen Baumstamm am Wegrand gesehen. Es war der Stamm einer wirklich alten Eiche. Ich habe mir überlegt, dort ein wenig sitzen zu bleiben und einfach mal 5 Minuten nichts zu tun.

Es fühle sich innerhalb kürzester Zeit sehr vertraut an, dort zu sitzen, auf dieser Eiche. Ich stellte mir vor, wie meine Hände und Füße plötzlich anfingen, sich im Waldboden und in der Eiche zu verwurzeln. Ich versuchte mir vorzustellen, was ein Baum fühlt? Friere ich im Winter oder spüre ich nur den Frost, damit ich meine Blätter abwerfen kann. Wie fühlt es sich im Sommer an, wenn die Energie der Sonne von mir aufgenommen wird und durch meinen Stamm und die Äste fließt.
Es fühlte sich alles so stimmig an. Und plötzlich schließt sich der Kreis.
Ich habe schon lange den Wunsch, in einem Friedwald beerdigt zu werden. Mein Körper würde von dem Baum aufgenommen und in ihm wieder zum Leben erweckt werden. Ja, das ist wirklich Wiedergeburt.  Nicht das, was uns die Bibel erzählt. Das ist ja bestimmt auch nur ein Gleichnis,  das wir aus unserer Sicht heute ganz anders verstehen können. Aber mein Ausflug in das Reich der Fantasie erklärt mir, warum ich in den Friedwald will, warum ich mich im Wald so wohl fühle. Vielleicht war ein Teil von mir früher schon einmal ein Baum und sehnt sich daher nach der Nähe der anderen Bäume?
Ich werde es wohl nie erfahren, aber die Vorstellung gefällt mir sehr.
Als Zeichner und Maler habe ich natürlich auch Bilder von meinen Fantasien im Kopf und werde diese sicherlich irgendwann einmal zu Papier bringen. Aber jetzt schreibe ich erst einmal meine Fantasiereise auf und freue  ich daran, ein Stück von mir besser kennen gelernt zu haben.

Ihr glaubt, ich bin verrückt? Das mag sein, aber das sind eben die Dinge, die in meinem Kopf passieren. Ich kann damit inzwischen sehr gut leben.

Bis bald,
Euer Axel

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